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16. Mai 2011 / Heike Lorenz

Das kleine 1×1 der Rechnungswesen-Begriffe – Auszahlung, Ausgabe, Aufwand und Kosten (2)

Das kleine 1x1 der Rechnungswesen-Begriffe – Auszahlung, Ausgabe, Aufwand und Kosten (2)

Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Und hier ist auch schon Teil 2 der kleinen Serie über die Begriffe des Rechnungswesens.

Nachdem es beim letzten Mal einen Überblick und die Erläuterung zu „Auszahlungen & Ausgaben“ gab, beschreibe ich heute worum es sich bei „Aufwand & Kosten“ dreht.

Grundlagen

Noch mal kurz zur Erinnerung: Bei allen diesen Begriffen handelt es sich um sogenannte „Strömungsgrößen“, d.h. um Zahlungs- bzw. Leistungsvorgänge, die sich innerhalb einer bestimmten Periode ereignen. Sie führen jeweils zu einer Veränderung von „Bestandsgrößen“, wobei die positiven zu einer Erhöhung und die negativen zu einer Bestandsverminderung führen. Jedes der Begriffspaare bewirkt dabei Veränderungen eines anders definierten Bestands.

Folgende Bestände werden beim Thema „Aufwand & Kosten“ betrachtet:

  • Gesamtvermögen = Geldvermögen + Sachvermögen = Veränderung durch Ertrag & Aufwand
  • Betriebsnotwendiges Vermögen = Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Sachgüter / Dienstleistungen) – dafür erforderlicher Werteverzehr = Veränderung durch Leistung & Kosten

Auszahlung & Ausgabe hatten wir ja schon im letzten Artikel, weiter geht’s mit Aufwand & Kosten:

Aufwand

Jeden Vorgang der zu einer Abnahme des Netto-/Reinvermögens führt nennt man Aufwand.

Hierbei geht es um den in „Geld“ bewerteten Verbrauch von Produktionsfaktoren in der betrachteten Periode. Dabei ist unerheblich, ob diese neu gekauft oder aus dem Lager entnommen werden.

Es wird also eine Leistung / Produkt verbraucht, unabhängig davon, ob es dem Betriebszweck dient oder nicht.

Beziehungen zwischen Ausgabe & Aufwand

Auch hier sind drei Fälle möglich:

1. Ausgabe ohne Aufwand (Neutrale Ausgabe)

Hierbei handelt es sich um eine Ausgabe (Reduktion des Geldvermögens), der eine wertgleiche Erhöhung des Sachvermögens gegenübersteht, d.h. das Nettovermögen wird nicht beeinflusst.

Beispiele hierfür sind u.a. der Kauf einer Maschine oder aber der Bezug von Rohstoffen fürs Lager.

2. Ausgabe = Aufwand (Aufwandsausgabe)

Hier wird die bezogene Leistung direkt in derselben Periode im Produktionsprozess verbraucht.

3. Aufwand ohne Ausgabe (kalkulatorischer Aufwand)

In diesem Fall handelt es sich um eine reine Verminderung des Sachvermögens z.B. durch Abschreibung oder Sachspenden oder die Entnahme von Roh-, Hilfs- oder Betriebsstoffen aus dem Lager. Das Geldvermögen bleibt unberührt.

Kosten

Kosten bezeichnen den bewerteten Verbrauch an Produktionsfaktoren in Geldeinheiten (GE), welche zur Erstellung der betrieblichen Leistung in einer Abrechnungsperiode notwendig sind. Es handelt sich also um den Werteinsatz von Gütern und Dienstleistungen zur Leistungserstellung.

Beziehungen zwischen Aufwand & Kosten

Auch hier sind drei Fälle möglich:

1. Aufwand ohne Kosten (neutraler Aufwand)

Dies bezeichnet den Verbrauch von Gütern / Leistungen, ohne dass dies dem Produktionsprozess zugute kommt.

Dienen die Aufwendungen sonstigen betriebsfremden oder außerordentlichen Zwecken, handelt es sich um neutrale Aufwendungen. Da neutrale Aufwendungen keinem Betriebszweck dienen, stellen sie keine Kosten dar.

2. Aufwand = Kosten (Zweckaufwand / Grundkosten)

Dient der Aufwand dem Betriebszweck, stellt er Zweckaufwand (z.B. Materialaufwand, Personalaufwand, Mietaufwand, Kfz-Kosten, Versicherungen, Gewerbesteuer, Porto, Telefon etc.) dar und deckt sich mit den Grundkosten

3. Kosten ohne Aufwand (kalkulatorische Kosten)

Hierunter fallen alle Kosten, die zu keiner Veränderung des Gesamtvermögens führen.

Das kann z.B. eine kalkulatorische Miete sein, wenn man ein bereits abgezahltes Gebäude selbst nutzt oder aber ein Risikozuschlag, der nicht durch eine Versicherung gedeckt wird.

Fazit

Auch wenn dies alles auf den ersten Blick kompliziert und verwirrend ist, wenn man sich das Schaubild mal genauer anschaut, dann sieht man, dass es lediglich darum geht sich immer mehr dem Produktions- bzw. Leistungsprozess zu nähern und das eben nicht alle Auszahlungen damit zu tun haben bzw. das ein Werteverzehr auch ohne Zahlungsmittelbewegung möglich ist.

In der ganzen Kostenrechnung bzw. im betrieblichen Rechnungswesen geht es ja darum, eine möglichst genaue Zuordnung der einzelnen Zahlen zu Leistungen und Zeiträumen herzustellen, um dem Unternehmer eine solide Grundlage für seine Entscheidungen zu geben.

Also kein Hexenwerk, sondern ein gründliches Sortieren der Zahlen ;-)

Mehr Informationen

Mehr Infos findet ihr in der Kategorie „Controlling“.

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Literatur Tipps

Wer noch ein bisschen mehr lesen möchte, hier ein paar Vorschläge:

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